Unsere Kursleiterin Eva Mägerle vom Treffpunkt Buch hat sich daran gesetzt, fünf Bücher für Sie auszuwählen. Kurzweile und Spannung sind garantiert. Hier finden Sie zu jedem Buch einen kurzen Beschrieb über die Handlung und Protagonistinnen sowie Protagonisten. Die in Zug ansässige Buchhandlung Bücher Balmer offeriert einen Online-Rabatt von 10% auf diese fünf Bücher. Mit dem Rabattcode prosenectute, den Sie nach der Adresseingabe im Warenkorb eingeben, profitieren Sie von 10%. Die Bücher werden dann per Post an Sie verschickt. Diese Aktion ist nur online einlösbar über buchhaus.ch bis Ende April.

Kursleiterin Eva Mägerle stellt Ihnen nachfolgend die einzelnen Bücher kurz vor. Wenn Sie direkt bestellen wollen, führen Sie folgende Links auf die Webseite der Buchhandlung Lüthy Balmer Bucher.

Bell und Harry
In der Fremde sprechen die Bäume arabisch
Die Frau, die liebte
Als ich ein kleiner Junge war
Tochter des Geldes

Jane Gardam: Bell und Harry

Bell und Harry sind zwei Buben aus ganz unterschiedlichen Familien.  Am Anfang der Geschichte ist Bell Teesdale 8 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in einer einsamen Gegend in Yorkshire auf einem Bauernhof, wo früher Bergbau betrieben worden ist und man sagt dieser Gegend „Das hohle Land“.

Harry Bateman kommt aus London und sein gestresster Journalisten-Vater braucht unbedingt Ruhe. Die Londoner Familie mietet ein kleines verlassenes Farmhaus, nicht weit von Bell’s Familie. Die beiden Buben werden Freunde und diese Freundschaft zieht sich durch das ganze Buch bis ins Erwachsenenalter.

Es sind 9 lose verbundene Geschichten vom Landleben, das die Städter aus London in ihren Ferien geniessen, für die Einheimischen jedoch mit schwerer Arbeit verbunden ist

Verschiedene andere Figuren bevölkern ebenfalls das Buch, schrullige Nachbarn, Familienmitglieder, unter anderem der alte Farmer-Grossvater, der viele Geschichten erzählt. Es geht um gefährliche Exkursionen, zum Beispiel in eine Höhle oder bei einem Wintersturm zum Eiszapfen sammeln, um Naturschauspiele, um einen fernen Verwandten aus Übersee, der das gemietete Haus der Londoner unbedingt übernehmen will.

Das Dorfleben ist keine Idylle, Familienchaos gibt es in der bäuerlichen wie in der städtischen Familie. Von all dem wird ohne Pathos erzählt, mit Humor, mit Drive und in einer frischen und tollen Sprache. Und auch wer die Landschaft Südenglands liebt, überhaupt ländliche Gegenden, der kommt auf seine Kosten.

Usama Al Shahmani: In der Fremde sprechen die Bäume arabisch

Kaum sei er in der Schweiz angekommen, erzählt der irakische Schriftsteller und Flüchtling Usama Al Shahmani, habe er zum ersten Mal in seinem Leben vom Wandern gehört. Eine Bekannte hatte ihm vorgeschlagen, sie auf einer Wanderung zu begleiten. Das Beste daran sei das Picknick unterwegs, so versuchte sie, dem jungen Mann die ihm fremde Freizeitbeschäftigung schmackhaft zu machen. Sie selber stammt auch aus dem Irak, lebt aber schon lange in der Schweiz.

Al Shahmani indessen blieb argwöhnisch. Er fand keine nachvollziehbaren Gründe, wozu dieses Wandern gut sein sollte. Ist er auf seiner langen Reise hierher nicht genug gelaufen, dass er hier das Wandern kennenlernen muss?

Und doch – er lernt das Laufen im Wald schätzen, er lernt die Natur hier in der Schweiz kennen und lieben, es hat ihm geholfen beim Ankommen und Verarbeiten. Eine persönliche Geschichte über Flucht, Asyl, Familie, Heimat – ein Buch, das berührt und beglückt. 

Janet Lewis: Die Frau, die liebte

Die junge Bertrande de Rols wird im Jahre 1539 als junges Mädchen mit dem gleichaltrigen Martin Guerre verheiratet. Es sind zwei Familien mit grossen Gutshöfen im Süden von Frankreich nahe den Pyrenäen, die da zusammenkommen. Es ist klar definiert, wer das Sagen hat in der Familie, nämlich der Vater als Oberhaupt. Und jeder auf dem Gut hat seinen zugewiesenen Platz in der Hierarchie.

Nach ein paar Jahren verlässt der junge Martin den Hof, er hat genug von Vaters Strenge, man weiss nicht genau, ob er sich in den spanischen Krieg begibt. Bertrande wird einen Sohn auf die Welt bringen und jahrelang auf ihren Mann warten.

Nach vielen Jahren taucht ein Mann auf, der behauptet, Martin zu sein. Der Mann ist liebevoll und freundlich und Bertrande freut sich, endlich nicht mehr allein zu sein, und Martin übernimmt sofort die Position als Oberhaupt der Familie, da der alte Vater Guerre inzwischen verstorben ist. Sie bekommen noch einen Sohn. Doch langsam und immer wieder schleicht sich ein Misstrauen ein. Ist das wirklich Martin, ihr Mann?

Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war

Das Buch fängt mit der Anrede an: Liebe Kinder und Nichtkinder!

Und: «Alt ist, was man vergessen hat. Und das Unvergessliche war gestern. Der Massstab ist nicht die Uhr, sondern der Wert. Und das Wertvollste, ob lustig oder traurig, ist die Kindheit. Vergesst das Unvergessliche nicht!»

Es macht einfach nur Freude, sich auf dieses Buch einzulassen. Obwohl es am Anfang auch die Kinder anspricht, ist es ein Buch für Erwachsene.  Diese Erzählfreude und unbändige Erzähllust ist von der ersten Seite an spürbar und wärmt das Herz. Für uns Erwachsene ist die Beziehung zur Mutter interessant: es ist eine innige Beziehung, die immer, auch in Kästners Erwachsenenleben, erhalten blieb. Und diese grosse Liebe zur Mutter ist auch immer mit der Angst verbunden, sie zu verlieren.  Zwischen den humorvollen, temporeichen Erlebnissen, gibt es auch immer wieder die stilleren Momente und zwischen den Zeilen sieht man einen kleinen Jungen, der alles richtig machen will und manchmal fast verzweifelt, weil er auch dem Vater genug Sympathie zeigen will.

Eveline Hasler: Tochter des Geldes

Mentona Moser – die reichste Revolutionärin Europas

Sie ist 1874 als zweite Tochter eines erfolgreichen Schaffhauser Uhrenfabrikanten auf die Welt gekommen. Der Vater stirbt früh, die Mutter zieht mit ihren beiden Töchtern auf Schloss Au am Zürichsee. Dass Mentona Krankenpflegerin und Sozialarbeiterin wurde, ist ungewöhnlich, sie hatte eine Lernschwäche und konnte nicht – wie ihre Schwester - studieren. Aber sie hatte ein ausgeprägtes soziales Gewissen, kümmerte sich um Elende, Arme und Kranke in London, und sie war mittellos. Das änderte sich mit dem Tod der Mutter, sie hatte ein Vermögen geerbt.

Mentona Moser war glühende Sozialistin und später glaubte sie unbeirrt an die kommunistische Utopie, lebte und arbeitete in Russland und später in Berlin. Kurz vor der Machtergreifung durch Hitler konnte sie in die Schweiz flüchten.

Entlang den Fakten spinnt die Autorin fiktive Szenen, die uns diese ungewöhnliche Frau näherbringt und lebendig werden lässt. Sie ist in Vergessenheit geraten, denn Kommunisten in der Schweiz setzte man kein Denkmal.

1971 starb Mentona Moser 97-jährig, verarmt als Ehrenbürgerin der DDR.