Aktuell

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Aktuelle Informationen

Sehr gut besuchte GAZ-Veranstaltungen im November 2019 zum Thema Sterben.

Über 700 Personen besuchten die vier Veranstaltungen in den Gemeinden Baar, Risch-Rotkreuz, Steinhausen und Walchwil. Dass dieses Thema die ältere Bevölkerung beschäftigt, zeigten die hohen Besucherzahlen der informativen Veranstaltungen, in denen es um die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Palliativmedizin, die Palliativpflege, die Seelsorge und die Sterbebegleitung im Sterbeprozess ging. Die Notwendigkeit letzte Dinge frühzeitig zu regeln und mit Angehörigen und Hausarzt zu besprechen war ein weiterer Schwerpunkt.

Dr. med. Markus Minder, Palliativmediziner auf der Palliativstation Affoltern am Albis informierte in seinem Referat über den Prozess im Körper und im Bewusstsein beim Sterben, wie Schmerzen bekämpft und Atemnot gelindert werden können, und wie individuell Sterben gestaltet sein kann. Dabei kommen den Gesprächen mit Angehörigen und dem behandelnden Arzt grosse Bedeutung zu. Rechtzeitig sollen Wünsche geäussert und eine Patientenverfügung, sowie ein Vorsorgeauftrag und ein Testament verfasst werden. Dies gibt allen Beteiligten die Sicherheit im Sinne des sterbenden Menschen handeln zu können, wenn dieser nicht mehr kommunizieren kann oder nicht mehr urteilsfähig ist. Frieden zu schliessen mit sich selbst, seinem Leben und seinen Nächsten, sowie unerledigte Dinge abzuschliessen seien zudem wichtig, um in Frieden zu sterben. Dies betonten die anwesenden Fachpersonen im Rahmen einer Gesprächsrunde, in der sie ihre Erfahrungen zum Thema «Letzte Dinge regeln» in ihrer Funktion als Sterbebegleitende, Palliativ Spitex, Seelsorge und in der Sozialarbeit an das Publikum weiter gaben.

Die Beurteilung der eigenen Lebensqualität und die Entscheidung ob das Leben noch lebenswert sei war ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung. Dr. med. M. Minder informierte über die legalen Möglichkeiten, dem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen. Dabei sprach er auch über das zur Zeit sehr oft thematisierte Sterbefasten.  Er betonte, dass dieser Weg nicht so einfach zu gehen sei und darum unbedingt ärztlich begleitet werden müsse. Bei guter medizinischer Unterstützung sei diese Art des Freitodes aber ein gangbarer Weg, der in den ersten Tagen auch widerrufen werden kann, während der Freitod mit einem Medikament unwiderruflich sei, sobald das Medikament eingenommen wurde.

Lebensqualität bedeute nicht nur für jeden etwas anderes, sondern werde auch immer wieder vom Einzelnen neu definiert. Deshalb sei es besonders wichtig mit unheilbar kranken und leidenden Menschen, die nicht mehr leben wollen im Gespräch zu bleiben, sofern dies noch möglich sei. Danach kommt entweder der mutmassliche Wille oder die Anordnungen in der Patientenverfügung zur Anwendung, wenn es darum geht lebensverlängernde Massnahmen einzustellen.

Aus dem Publikum wurde mehrfach die Sorge geäussert, dass das Selbstbestimmungsrecht und die eigenen Wünsche nicht respektiert werden könnten, insbesondere wenn man keine Angehörigen hat, die sich für einem einsetzen. Mit den Informationen zum Vorsorgeauftrag, zur Patientenverfügung, sowie zum guten Netzwerk, das im Kanton Zug mit der Palliativ Spitex, Pro Senectute Kanton Zug, dem  Schweizerischem Roten Kreuz SRK Zug, dem Verein Hospiz und dem Verein Palliativ besteht, erhielt das Publikum das nötige Wissen, welche Mittel zur Verfügung stehen, um die eigenen Wünsche für den letzten Lebensabschnitt in sicheren Händen zu wissen. Dazu gehört auch, dass ein Vorsorgeauftrag von der KESB, falls dieser bei einer Urteilsunfähigkeit zum Tragen kommt geprüft wird. Die anwesenden Vertreter/innen der KESB informierten, dass der Gesetzgeber die Überprüfung der Gültigkeit des Vorsorgeauftrages zum Zeitpunkt, wo dieser in Kraft tritt zum Schutz des Vorsorgegebers bestimmt hat. Einige Besucher/innen äusserten allerdings ihr Unverständnis und ihren Unmut zu diesem Verfahren, das sie als unnötige Einmischung in ihre Angelegenheiten werten.

Die regen Diskussionen und die vollen Säle zeigten, wie wichtig das Thema für die ältere Bevölkerung ist, und dass eine Plattform, wo diese Fragen diskutiert werden können sehr geschätzt wird.

Informationen zum Lebensende erhalten Interessierten unter:


www.palliativzug.ch
www.hospiz-zug.ch
www.spitalaffoltern.ch
www.zg.prosenectute.ch
www.srk-zug.ch
www.spitexzug.ch
www.zug-fuer-angehoerige.ch
www.uba.ch

 

Hilfe für pflegende und betreuende Angehörige im Kanton Zug

Im Kanton Zug pflegen und betreuen Tausende von Angehörigen ihre Nächsten.Sie gehören vielleicht zu ihnen. Dann haben sie gleich zwei Aufgaben. Zum einen stehen sie einem kranken oder beeinträchtigten Menschen bei. Die zweite geht zu oft vergessen: Sie müssen sich selbst Sorge tragen, damit Sie wohlauf und einsatzfähig bleiben.

Auf dem folgenden Link finden Sie Informationen über die Unterstützungsangebote im Kanton Zug.

www.zug-fuer-angehoerige.ch